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Vollkorn

Vollkornprodukte gelten allgemein als sehr gesund. Aber vielfach sind die Gründe, warum man auf mehr Vollkorn „umsteigen“ sollte, nicht bekannt.

Was bedeutet Vollkorn eigentlich?

Beim herkömmlichen weißen Mehl Typ 405 werden großen Teile der Randschichten sowie der Keimling vom Korn abgeraspelt, bevor man das Korn zu Mehl mahlt. Es bleiben fast ausschließlich Bestandteile aus dem Mehlkörper erhalten. In diesem befindet sich vor allem die Stärke.
Im Vollkornmehl finden sich hingegen nahezu alle Bestandteile des ursprünglichen Korns wieder – wie der Name schon sagt „Voll-Korn“. Und gerade in den Randschichten des Getreidekorns sitzen Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe. Und genau diese machen den Gesundheitswert von Vollkornprodukten aus.

Es gibt unterschiedliche Arten von Vollkornmehlen, mit höherem oder niedrigerem Ausmahlgrad. Das bedeutet, dass unterschiedlich viel von den Schalenanteilen mit ins Mehl ausgemahlen wurde und gibt gleichzeitig den Mineralstoffgehalt an. In Weißmehl sind demnach 405 mg Mineralien pro100g Mehl enthalten, im 1050-Typ sind es 1050 mg pro 100g Mehl.

Welche Lebensmittel fasst man unter den Begriff  “Vollkorn“ zusammen?

  • Brot und Brötchen aus Vollkornweizen
  • Brote und Brötchen aus Roggen-, Dinkel- und Hafermehl oder Mischungen davon
  • Knäckebrote
  • Vollreis, Wildreis
  • Dinkel, der wie Reis verwendet werden kann
  • Weichweizenkorn / Ebly
  • Weizenvollkornnudeln, Dinkelnudeln
  • Haferflocken kernig und fein u.a. Getreideflocken z.B. aus Dinkel
  • Frühstückszerealien mit Vollkornanteil (Vorsicht: hier teils sehr hohe Zuckergehalte)
  • Mais
  • Quinoa, Hirse

Weitere Lebensmittel mit Vollkornanteil, die aber aufgrund von Zucker- und Fettgehalten oft eher zu den Süßigkeiten gezählt werden müssen:

- Hafer- oder Dinkelkekse
- gebackene Müslis
- Müsliriegel
- Frühstückszerealien oder Müslis mit Schokolade, Karamell, Zimtzuckerüberzug

TIPP: Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob es sich tatsächlich um ein Vollkorn-Produkt handelt, werfen Sie einen Blick auf die Zutatenliste. Dort ist vermerkt, ob herkömmliches Mehl verwendet wurde und vielleicht nur durch Färbung ein höherer Anteil an Vollkorn vorgespiegelt wird. Steht „Vollkornmehl“ an erster Stelle der Zutatenliste, haben Sie ein Vollkornprodukt vor sich. Oder fragen Sie beim Bäcker nach. Die Bezeichnungen „Vollkornbrötchen“ oder „Vollkornbrot“ weisen auf einen 90 %igen Gehalt an Vollkornmehl hin. Lasen Sie sich nicht durch „aufgeklebte“ Körner täuschen.

 

Vorteile von Vollkornprodukten gegenüber Weißmehlprodukten:

  • Vollkornprodukte steigern das Sättigungsgefühl, weil die Verweildauer im Magen länger ist.
  • Die Verdauung wird durch Stimulation der Darmbewegung angeregt und so Verstopfung vorgebeugt.
  • Vollkornprodukte fördern die Darmgesundheit, u.a. durch präbiotische Wirkung der Ballaststoffe (Mehr Informationen zu Präbiotika finden Sie hier).
  • Werden die Schalenanteile des Korns nicht entfernt, ist das Mehl reicher an den Mineralien Magnesium, Zink und Eisen.
  • Durch die Verwendung der Randschichten des Getreidekorns bleiben die Vitamine der B-Gruppe weitgehend erhalten.
  • Wertvolles Keimöl mit dem fettlöslichen Vitamin E gelangen über den Keimling des Korn mit in das Vollkornmehl.
  • Ballaststoffe aus Getreide können Cholesterin senkend wirken, indem sie Vorläufer des Cholesterins binden und aus dem Körper schleusen.

Es lohnt sich also, wieder einmal auszuprobieren, welche Produkte sich einfach und lecker in den eigenen Speiseplan integrieren lassen. Tasten Sie sich doch einmal an Vollkornnudeln heran, indem Sie zunächst die Hälfte der Nudeln durch Vollkorn austauschen.