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Milcheiweißallergie
Etwa 2-7 % aller Säuglinge und Kleinkinder und 1-3 % der Erwachsenen leiden unter einer Milcheiweißallergie. Der Milcheiweißallergiker reagiert meist auf eines der in der Milch vorkommenden Bestandteile. Zu den häufigsten allergieauslösenden Substanzen zählen das Casein und die Molkeneiweiße (a-Lactalbumin und ß-Lactoglobulin).
Alternativen zu Kuhmilchprodukten
Butter und Sahne können durch ihren geringen Eiweißanteil von vielen Milcheiweißallergikern vertragen werden. Da Sahne mit Wasser verdünnt werden kann, kann sie als Milchersatz durchaus hilfreich sein. Reismilch wird gut vertragen, hat allerdings eine ganz andere Nährstoffzusammensetzung als Kuhmilch. Sie ist wesentlich eiweiß- und mineralstoffärmer. Sojamilch ist oft keine Alternative, da auch mehr als die Hälft aller Milcheiweißallergiker auf Soja reagiert.
Aufgrund der unterschiedlichen Eigenschaften der Allergene gelten folgende Tipps für die Lebensmittelauswahl:
MOLKENEIWEISS |
CASEIN |
|
Physikalische Eigenschaften |
hitzeempfindlich |
schwer löslich und hitzestabil |
Hinweis für die Küchenpraxis |
erhitzte Milchprodukte lösen deshalb meist keine Allergiesymptome mehr aus |
wird durch die Verarbeitungs- und Kochprozesse nicht zerstört. |
Tierspezies |
kuhmilchspezifisch |
nicht tierartspezifisch |
Lebensmittelauswahl |
Schaf-, Ziegen- oder Stutenmilch, aber auch Quark und Käse von der Kuh werden meist vertragen (bei der Herstellung wird das Molkeneiweiß großteils mit der Molke abgetrennt) |
alle Tiermilchsorten und -produkte meiden; wir empfehlen Sojamilch-Produkte |
Bei folgenden Lebensmitteln sollte auf den Gehalt an Milcheiweiß geachtet werden:
- Milch und Milchprodukte, wie z. B. Buttermilch, Joghurt, Kefir, Pudding
- Instantkakao, Cremeliköre, Instantgetränke mit Milchzusatz, Fruchtsaftgetränke mit Molke
- Nuss-Nougat-Creme, Milchschokolade, Nougat, Milch- und Cremeeis
- Butter, Milchmargarinen
- Brot, Gebäck, Kuchen, Feingebäck mit Milchprodukten (kann auch mit Milch bepinselt sein)
- alle Fertigprodukte, die Milch oder ein Milchprodukt enthalten (wie Wurst, Pasteten, Fleischprodukte, Kartoffelfertigprodukte, Semmelknödel, Spätzle, Gemüse- und Obstfertigprodukte, Rahmgemüse, Süß- und Mehlspeisen, Fertigsaucen, Majonäsen, Salatdressing)
- Auch hier bitte aufpassen: Vitamin- und Mineralstoffpräparate, Eiweißkonzentrate, Gewürzmischungen (auch Knabbergebäck) und Medikamente
Bei Milcheiweißallergikern kann es zu einer Unterversorgung mit dem Mineralstoff „Calcium“ kommen. Deshalb sollten calciumreiche Gemüsesorten, wie Brokkoli, Grünkohl und Fenchel verstärkt im Lebensmittelangebot vorkommen. Auch das Würzen mit Kräutern sollte man sich angewöhnen. Ebenso lohnt sich bei Mineralwässern ein Blick auf das Etikett. Der Calciumgehalt wird meist in mg pro Liter angegeben. Es sollte darauf geachtet werden, dass mindestens 150 mg Calcium pro Liter enthalten sind.
Milchfreie Brotaufstriche
Ganz bedenkenlos kann man bei folgenden süßen und herzhaften Brotbelägen zugreifen:
Alle natürlichen Süßungsmittel wie Honig, Zuckerrübensirup, Apfel- und Birnenkaut. Aber auch Nuss- und Mandelmus eignen sich als Alternative. Wie wäre es mit vegetarischen Brotaufstrichen oder Gemüse und Obst? Auch kalter Braten, Corned Beef und Roastbeef oder Krabben und Makrele bringen Abwechslung in den Speiseplan. Wer gerne Ei isst, kann es auch mit Rührei, gekochtem Ei und Spiegelei versuchen.

