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Keine Angst vor Kohlenhydraten

Kohlenhydrate und Diabetes sind zwei Begriffe, die nicht zusammenpassen? Stimmt nicht – für Diabetiker sind die richtige Auswahl und die Kombination der Kohlenhydrate entscheidend.

Kohlenhydrate (umgangssprachlich „Zucker”) sind unsere wichtigsten Energiespender. Sie stecken in Kartoffeln, Getreideprodukten und Süßigkeiten. Da die Geschmacksknospen der Zunge nur Einfach- und Zweifachzucker wie Fruchtzucker, Traubenzucker und Haushaltszucker erkennen, schmeckt Stärke aus Kartoffelprodukten und Getreide nicht süß. Trotzdem ist auch das Kohlenhydrat Stärke aus vielen einzelnen Zuckermolekülen aufgebaut. Diese werden durch Aufspaltung der Stärke bei der Verdauung frei und gehen ins Blut über. Von dort werden sie zu den Zellen transportiert, die sie als Energielieferanten nutzen.


Schnelle und langsame Kohlenhydrate
Durch die Aufnahme von Kohlenhydraten steigt der Blutzuckerspiegel nach der Mahlzeit an. Diabetiker sollten trotzdem nicht auf diese Energielieferanten verzichten. Denn: Es gibt Kohlenhydrate, die den Blutzucker langsam steigen lassen und solche, aus denen sich der Zucker schnell im Blut wiederfindet. Da Diabetiker die sogenannten Blutzuckerspitzen vermeiden sollten, sind die langsamen Kohlenhydrate für sie die gesünderen. Die Tabelle unten gibt Aufschluss darüber, durch welche Lebensmittel der Blutzucker wie schnell steigt.


Kohlenhydrate ausbremsen
Je langsamer die Zucker aus den Lebensmitteln verdaut werden, desto besser. Durch die Kombination von Kohlenhydraten mit anderen Nahrungsbestandteilen können Sie die Aufnahme der Zucker ins Blut entschleunigen.  Verzögernd wirken Ballaststoffe aus Gemüse und Vollkorn, Eiweiß aus Fleisch, Fisch, Wurst und Ei sowie Fett. Wenn Sie als Diabetiker auf Ihr Gewicht achten müssen, sollten Sie Fett zum Ausbremsen der Kohlenhydrate nur selten nutzen. Denn dies kann zu Übergewicht beitragen und langfristig schlechtere Zuckerwerte fördern.


Bevorzugen Sie magere Eiweißträger, z. B.:

  • fettarmen Kräuterquark zu Kartoffeln
  • magere Schinkenwürfel und Ei zu Spaghetti
  • Fisch mit Kartoffelpüree
  • Hühnchenbrustfilet mit Reis


Mit Fett lässt sich der Einstrom der Kohlenhydrate ins Blut bremsen. So macht sich Zucker aus Schokolade im Blutzucker langsamer bemerkbar als Zucker aus Bonbons, da Schokolade zu einem Drittel aus Fett besteht. Wenn Sie Obstkuchen oder Eis mit Sahne garnieren, verzögern Sie den Einstrom ebenso.

Setzen Sie am besten auf Ballaststoffe und bremsen Sie den Einstrom von Zuckern aus Stärke durch Getreideprodukte mit hohem Vollkornanteil ab:

  • statt Cornflakes Getreideflocken-Müsli
  • statt hellem Brot Vollkornbrot, Roggen- und Dinkelbrötchen essen
  • statt Weißreis Naturreis, Wildreismischungen oder Sonnenweizen
  • statt weißen Nudeln Dinkelnudeln (auch in Dinkel hell erhältlich) oder Vollkornnudeln aus Weizen
  • bei herzhaftem Gebäck statt hellem Mehl Vollkornmehl, für süßes Gebäck eignet sich Mehl Type 1050


Essen Sie ballaststoffreiches Gemüse, z. B.:

  • Möhren, Lauch, Chicorée, Gemüsepaprika, Spargel, Schwarzwurzeln
  • Pilze wie Champignons oder Pfifferlinge
  • alle Kohlarten wie Blumenkohl, Chinakohl, Rotkohl, Brokkoli, Mairüben, Steckrüben
  • Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen, Bohnen, Kidneybohnen: Diese enthalten zwar Kohlenhydrate, sind aber sehr ballaststoffreich. Das bedeutet: Kohlenhydrate aus Hülsenfrüchten fallen erst bei großen Mengen ins Gewicht.

Kohlenhydrate aus

Aufnahme-Geschwindigkeit

Süßigkeiten und Getränken, reinem Zucker

sehr schnell

Weißmehlprodukten und Obst 

schnell

Vollkorngetreide und Kartoffeln

langsam

Milch und Joghurt

    

sehr langsam



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