Andere Länder, andere Sitten
 Wann trinkt man in Italien seinen Cappuccino? Ist Oben-ohne-Baden in der Türkei gern gesehen? Schauen Sie doch mal in unseren kleinen Urlaubsknigge– dann kann auf Ihrer Reise nichts mehr schiefgehen!
Frankreich
Im Restaurant ist nicht der Gast, sondern der Kellner König – behandeln Sie ihn herablassend, wird er Sie schnell mit konsequenter Nichtbeachtung bestrafen. Die Regeln: Der Kellner weist die freien Tische zu, niemals einfach hinsetzen! Nach dem Essen zahlt immer nur eine Person die Rechnung, das Trinkgeld wird kommentarlos auf dem Tisch liegen gelassen – ca. 10 Prozent der Gesamtsumme. Dafür sind die meisten Restaurants aber sehr kinderfreundlich: Kleine Feinschmecker sind auch in besseren Lokalen gern gesehen!
Spanien
Morgens essen wie ein Kaiser, abends wie ein Bettelmann? Nicht in Spanien! Hier reicht eine süße Kleinigkeit zum Frühstück, erst abends wird die Hauptmahlzeit gegessen. Und das auch eher später als in Deutschland – wer um 19 Uhr schon Hunger hat, sitzt eventuell allein im Restaurant, de n so richtig was los ist erst ab 22 Uhr. Sind Sie privat zum Essen eingeladen? Dann kommen Sie bloß nicht superpünktlich! Alles unter einer halben Stunde Verspätung gilt als unhöflich. Eine stürmische Liebesnacht am Strand ist übrigens auch nicht zu empfehlen – im schlimmsten Fall müssen Sie dafür bis zu 75.000 Euro Strafe zahlen.
USA
„Nice to meet you!“, „You’re looking great today“, „I’ll call you later!“ – Wow, sind die nett. Oder alles nur Show? Beides: In Amerika gehört diese Art von Höflichkeit einfach zum guten Ton. Geben Sie die Komplimente ruhig zurück, auch wenn’s nicht ganz stimmt. Beim Trinkgeld wird die Sache schon ernster: Immer 15 bis 20 Prozent geben, sowohl im Taxi als auch im Restaurant – es sei denn, irgendwo auf der Karte ist „Service included“ vermerkt, dann bekommt die Bedienung nur ein kleines Trinkgeld. Sauberkeit wird in den USA großgeschrieben: Tägliches Duschen und Haarewaschen gehören hier unbedingt zum Pflichtprogramm.
Türkei
Wenn Sie in Istanbul oder Antalya einen guten Eindruck hinterlassen wollen, schnäuzen Sie sich lieber nicht auf offener Straße die Nase – das ist in der Türkei tabu. In kleineren Städten oder auf dem Land immer darauf achten, dass Schultern, Arme und Beine bedeckt sind – erst recht natürlich bei dem Besuch einer Moschee, da sollten auch Männer eine lange Hose anziehen. Beim Betreten des Gotteshauses die Schuhe dagegen unbedingt ausziehen. Geht gar nicht: Oben ohne am Strand, denn Nacktheit gilt in islamischen Ländern als Sünde.
 Griechenland
Der größtmögliche Fauxpas: in einem griechischen Kaffeehaus türkischen Kaffee bestellen! Es mag der Gleiche sein, aber bei den patriotischen Griechen heißt er unbedingt „Ellinikó“ und nicht „Tourkiko“! Der Zucker wird übrigens im Kaffee mitgekocht, „glikó“ ist sehr süß, „métrio“ mittel und „skéto“ ohne Zucker. Gerade am Anfang sollten Sie sich immer bewusst machen, dass ein Kopfnicken „Nein“ bedeutet und Bewegungen zur Seite „Ja“. Mit der Siesta nehmen es die sonst so lockeren Griechen übrigens sehr genau: Von ca. 14 bis 18 Uhr sind die Läden dicht, Telefonanrufe oder Besuche in dieser Zeit absolut unüblich.
England
Egal ob in London oder in Newcastle: In diesem Land drängelt sich niemand vor – sei es am Kartenhäuschen, beim Einsteigen in den Bus oder vor der Eisdiele. Wenn Sie eine Schlange sehen, stellen Sie sich also besser hinten an. Hände werden hier zur Begrüßung eher nicht geschüttelt und auf das obligatorische „How do you do“ am besten mit dem gleichen Satz antworten. Auch sonst sind Höflichkeitsfloskeln hier ganz selbstverständlich: Auf ein „Thank you“ sollte vom Gegenüber ein „You’re welcome“ erwidert werden, will man jemanden nach der Uhrzeit oder dem Weg fragen, heißt es „Excuse me“ und nicht „Sorry“ – das sollten Sie auch parat haben, falls Sie mal jemandem aus Versehen auf den Fuß treten.
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Japan
Hier lauern die Fettnäpfchen in beinahe jeder Situation! Zur Begrüßung ist eine Verbeugung üblich, aber dabei gibt es komplizierte Regeln, wer sich tiefer zu Verbeugen hat – zum Beispiel Jüngere vor Älteren, Gastgeber vor Gästen oder Frauen vor Männern. In Geschäften wird sich dem Kunden gegenüber tief verbeugt, vom Kunden selbst wird nur ein höfliches Kopfnicken erwartet. Wenn Sie unsicher sind, machen Sie einfach immer eine mittlere Verbeugung. Überreicht Ihnen ein Japaner eine Visitenkarte, nehmen Sie diese mit beiden Händen in Empfang und lesen Sie die Karte aufmerksam. Trinkgeld zu geben ist hier nicht üblich, grenzt sogar an Beleidigung! Prägen Sie sich vor Ihrer Reise am besten als Erstes das wichtigste Wort auf Japanisch ein: „Sumimasen“ heißt sowohl „Entschuldigen Sie bitte“ als auch „Danke“. | Italien
Nach dem Abendessen noch einen Latte macchiato? In Deutschland kein Problem, bei den Italienern zwar nicht strafbar, aber verpönt. Hier wird Milchkaffee oder Cappuccino ausschließlich zum Frühstück getrunken, ab Mittag dann Espresso. Mit dem Rauchverbot verhält es sich ähnlich wie in Deutschland: In Cafés oder Restaurants ist es nicht erlaubt. Beim Essengehen dran denken: Pasta ist hier eine Vorspeise, es wird danach üblicherweise Fleisch oder Fisch genommen – anders Pizza, die kann man guten Gewissens auch solo bestellen. Brot und Beilagen, die zum Hauptgericht freundlich vom Kellner angeboten werden, kosten immer extra und treiben den Endpreis meistens rasant in die Höhe. Am besten immer noch mal nachfragen!
Thailand
Gehen Sie gern ins Kino? In Thailand kein Problem, die meisten Filme laufen ja im amerikanischen Original. Vor dem Film wird die Königshymne gespielt, dabei stehen alle Besucher auf – machen Sie es ihnen einfach nach. Thailändische Mönche gelten als heilig, sind meist sehr freundlich und unterhalten sich auch gern mit Touristen, nur anfassen dürfen Sie die Männer auf keinen Fall. In großen Städten wie Bangkok warten die Fahrer der dreirädrigen Tuk-Tuks auf Gäste. Die Fahrer, die Ihnen eine Tour umsonst versprechen, führen Sie garantiert bei einem Schneidergeschäft vorbei. Kaufen müssen Sie dort allerdings nichts.

ETIKETTE AN BORD
Auch im Flugzeug gelten andere Regeln als zu Hause – wer hat zum Beispiel Anrecht auf welche Armlehne? Der Höflichkeit halber sollten Sie, wenn Sie auf einem Fenster- oder Gangplatz sitzen, auf die innere Lehne großzügig verzichten, da der mittlere Platz der Engste ist. Mit den Rückenlehnen verhält es sich ähnlich: Stellen Sie Ihre am besten nur zum Schlafen zurück – sonst hat Ihr Hintermann kaum noch Platz zum Zeitunglesen.
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