Frischluftsaison: Endlich geht es wieder los: Ausgiebige Radtouren mit Kind und Kegel stehen ganz oben auf dem Freizeitplan! Wo es sich in Ihrer Nähe am schönsten in die Pedale treten lässt, erfahren Sie hier.
1. AMMERLAND ROUTE
 Die Ammerland-Route ist ein Muss für jeden passionierten Radfahrer. Seit 1994 erschließt der 160 km lange und exzellent ausgezeichnete Radweg allen Liebhabern des Drahtesels die Höhepunkte der Ammerländer Parklandschaft.
Dieser führt über verkehrs- und steigungsarme Wege und ist eine besonders schöne Strecke von ca. Mai bis Anfang Juni, wenn Abertausende Rhododendren entlang der Strecke blühen.
Los geht die Rundreise von jedem beliebigen Punkt der Strecke oder wie in unserem Beispiel ab Bad Zwischenahn. Von hier führt die Ammerland-Route durch eine reizvolle, von Mooren und Weiden geprägte Landschaft in die Gemeinde Edewecht. Hier lohnt sich ein Halt, um z. B. die St.-Nikolai-Kirche von 1242 mit ihrem einzigartigen hölzernen Glockenturm zu besichtigen. Die Tour führt weiter durch die Weiden des Auetals in die Ortschaft Westerscheps. Vorbei am Badesee des Natur- und Freizeitparks Karlshof geht’s schließlich nach Apen. Tipp: In der Nähe der Kirche lädt die älteste Schinkenräucherei des Ammerlandes (seit 1748) zu einer Besichtigung ein.
Nach dem kulturell-kulinarischen Zwischenstopp geht es gestärkt weiter, begleitet vom Flussdeich des Aper-Tiefs. Unterwegs wird der Nordloh-Kanal auf einer historischen Klappbrücke überquert. Weiter geht es nach Tange, Vreschen-Bokel bis nach Augustfehn zum gleichnamigen Kanal. Bereits nach wenigen Kilometern wird dieser typische Fehn-Kanal verlassen und die Fahrt führt durch einsame Moore und weite Felder nach Westerstede – der deutschen Rhododendronmetropole! Auf einem alten Kirchweg führt der Weg durch ein reizvolles Waldgebiet direkt zum großen Ammerländer Vogel- und Landschaftspark.
Ab Petersfeld bietet die Ammerland-Route eine Alternativstrecke über das Freizeitgebiet Conneforde, wo idyllisch gelegene Badeseen nach so viel Pedalpower einen lang ersehnten Stopp ermöglichen. Der Abstecher führt in Mollberg wieder auf die Ammerland-Route nach Wiefelstede bis zum Luftkurort Rastede. Ein Muss: das Rasteder Schloss (nicht zugänglich) mit dem wunderschönen Schlosspark und dem Elernteich.
Von Rastede geht der Weg langsam zurück bis zum Ausgangspunkt nach Bad Zwischenahn, wo die Fahrrad-Tour sich dem Ende neigt. Info: Im Ammerland befinden sich gut ausgeschilderte Wegweiser eines überregionalen Radverkehrssystems – ideal für spontane Abstecher oder individuelle Planungen. http://www.ammerland-touristik.de/.
2. DEUTSCHE FEHNROUTE
Mit dem 17. Jahrhundert wurde in Ostfriesland das Moor nutzbar gemacht: Damals wurden für den Schiffverkehr Kanäle gegraben, die gleichzeitig das Moor entwässerten. Entlang dieser Kanäle entstanden Siedlungen, die so genannten Fehnsiedlungen.
Eine der beliebtesten Fahrradtouren Ostfrieslands ist mit Sicherheit die deutsche Fehnroute (ca. 170 km). Sie verläuft entlang der Denkmäler dieser Fehnkultur, vorbei an den Kanälen, weißen Klappbrücken sowie Backsteinkirchen. Ein möglicher Ausgangspunkt der attraktiven Fahrradroute ist die Gemeinde Apen am historischen Bahnhof Augustfehn – wo diese 1992 offiziell eröffnet wurde. Von hier radelt man nach Barßel, dessen Hafenfest im August jährlich Tausende Besucher anzieht. Weiter führt die Reise schließlich durch die typischen Fehnorte Ostrhauderfehn, Rhauderfehn und schließlich nach Papenburg. Klar, dass sich hier nicht nur ein Abstecher zur Meyer-Werft lohnt.
Weiter in die Pedale getreten geht es entlang der Ems in Richtung Leer nach Westoverledingen. Hier befindet sich das Mühlenensemble Mitling-Mark mit der Sammlung „Omas Küche“, die anhand von 800 historischen Küchengeräten eindrucksvoll die Welt zu Großmutters Zeiten präsentiert. Nach dem Abstecher geht es nun weiter nach Leer, dem Tor Ostfrieslands. In der Altstadt finden sich noch zahlreiche historische Gebäude aus früheren Zeiten, wie z. B. die Evenburg – ein Schloss aus dem 17. Jahrhundert mit weitläufigem Park – im Stadtteil Loga.
Von Leer beginnt der nördliche Teil der Fehnroute über die Orte Moormerland, Hesel, Großefehn, Wiesmoor. Letzterer verdankt seinen vielen Gewächshäusern und der weit über Ostfriesland hinaus bekannten Blumenhalle die Bezeichnung Blumenbeet Niedersachsens. Des Weiteren kann man hier Ostfrieslands einzige Wasserorgel bestaunen. Auf der Fahrt durch die Gemeinde Uplengen ist der Nordgeorgsfehnkanal – einst ein bedeutender Transportweg für den Torf – ein steter Begleiter. Entlang des Südgeorgsfehn- und des Augustfehnkanals erreichen Sie wieder den Bahnhof von Augustfehn und dort endet schließlich die erlebnisreiche Rundreise durch das imposante Fehngebiet.
Diese und andere schöne Radtouren lassen sich auf eigene Faust oder organisiert durchführen. Weitere Infos unter http://www.ostfriesland.de/.
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