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Warenkunde Pflaumen

Süß, saftig und samtig-blau trösten uns Pflaumen über das Ende der warmen Tage hinweg und bescheren uns einen gesunden „Spätsommernaschtraum“.

Weltweit gibt es etwa 2.000 verschiedene Pflaumensorten, bei uns sind immerhin 20 „Ausführungen” im Handel. Man unterscheidet im Wesentlichen vier Unterarten, die sich neben der Färbung in Größe, Form, Konsistenz sowie Geschmack und Steinlösbarkeit unterscheiden:

 

Neben den bekannten runden Eierpflaumen gibt es noch Zwetschen, Mirabellen und Renekloden. Sowohl für unsere Gesundheit als auch in der Küche erweisen sich die Vertreter der Pflaumenfamilie als wahre Multitalente. Kaum eine andere Frucht enthält so viele unterschiedliche Vitamine und Mineralstoffe wie das zu den Rosengewächsen zählende Steinobst.

Pflaumen versorgen uns mit Vitamin C sowie fast allen B-Vitaminen, die Nerven und Immunabwehr stärken. Durch ihren hohen Gehalt an Kalium regen sie den Stoffwechsel und die Nieren an, was Fettabbau und Entschlackung fördert. Da sie zudem viel von dem verdauungsfördernden Zucker Sorbit enthalten, gelten Pflaumen bei reichlichem Verzehr als natürliches und schonendes Abführmittel, besonders auch im getrockneten Zustand.

 



PFLAUMEN DAS GANZE JAHR

Alles andere als einseitig sind die runden Früchte auch in ihren Verwendungsmöglichkeiten: Süß oder herzhaft, als Mus, Marmelade, Bratenfüllung oder als Kuchenbelag – es gibt kaum eine Rezeptidee, die sich mit Pflaumen nicht umsetzen lässt. Umso besser, dass man sie nicht nur von Juli bis Oktober, sondern praktisch das ganze Jahr über genießen kann: Aufgeschnitten und entkernt, lässt sich die fruchtige Nascherei gut einfrieren und hält sich so etwa ein Jahr ¬– bis die nächste Ernte reif an Bäumen und im Laden wartet.

  PFLAUME ODER ZWETSCHE?
Nicht überall, wo Pflaume draufsteht, ist auch Pflaume drin. Denn die „echte” Pflaume, alias Eier- oder Rundpflaume, und die ebenfalls blau-violette Zwetsche sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Deshalb geht auch die Zwetsche oft als „Pflaume” über den Ladentisch. Tatsächlich gibt es zwischen Pflaume und Zwetsche feine Unterschiede: Pflaumen sind runder als Zwetschen und haben eine ausgeprägte Bauchnaht, die Zwetschen fehlt. Während sich der Stein bei Pflaumen schlecht vom Fruchtfleisch lösen lässt, fällt er bei Zwetschen fast von allein heraus. Bis auf einige frühe Sorten kommen Zwetschen außerdem etwas später in den Handel als Pflaumen.



DIE BEKANNTESTEN SORTEN IM ÜBERBLICK:


PFLAUME
Rund und bunt: Neben der typischen blau-violetten Färbung gibt es Eierpflaumen auch in Rot und Gelb. Mit ihrem sehr weichen und saftigen Fruchtfleisch und dem süßwürzigen Geschmack eignen sie sich besonders gut für den Frischverzehr. Als Kuchenbelag sind Pflaumen wegen ihres hohen Saftgehaltes weniger zu empfehlen.
Da Pflaumen erst ausgereift ihr volles Aroma entfalten und nach dem Pflücken kaum mehr nachreifen, dürfen sie nicht zu jung auf den Markt kommen. Genau den richtigen Reifegrad haben die Früchte, wenn sie auf Druck leicht nachgeben. Aufgrund ihrer weichen Konsistenz werden Pflaumen schon nach wenigen Tagen „matschig“. Also: lieber schnell vernaschen!

 

 
ZWETSCHE
In manchen Regionen wird sie auch "Zwetschge“ genannt, in Österreich tauscht man das „g“ gegen ein „k“. Im Geschmack sind die länglichovalen Früchte etwas säuerlicher als Eierpflaumen und nicht ganz so saftig. Ihr festes Fruchtfleisch macht sie zum Favoriten beim Kochen und Backen, da sie im Kochtopf nicht zerfallen und den Kuchenteig nicht auf-weichen. Vor allem die späteren Zwetschen-sorten sind relativ robust und lassen sich im Kühlschrank bis zu einer Woche lagern. Besonders dann, wenn man den weißlichen Belag, den „Duftfilm“, bis zum Verzehr intakt lässt, denn der bewahrt die Frucht vor dem Austrocknen. Tipp: Will man die Zwetschen später ein-kochen, sollte man sie bereits vor dem Einfrieren zuckern.
   
  MIRABELLE
Klein, aber oho: Nicht viel größer als eine Kirsche ist die kugelrunde Mirabelle, der Winzling unter den Pflaumen. In Bezug auf ihre „inneren Werte“ ist sie jedoch ganz groß: Gemessen mit Zwetsche und Co hat sie den höchsten Gehalt an Kalium und Vitamin C. Auch im Zuckergehalt ist die kleine Gelbe nicht zu überbieten. Dadurch ist sie besonders süß, aber mit 67 kcal pro 100 g auch am kalorien-reichsten. Die Mirabelle ist gut steinlösend. Ihr schön festes Fruchtfleisch ist zum Kochen gut geeignet, macht aber auch in Marmelade, Konfitüre, Kuchen oder einem süffigen Rumtopf etwas her.
Nur bei der Lagerung kann die Edelpflaume nicht punkten: Auch im Kühlschrank hält sie sich nicht länger als 2–3 Tage.
   
  RENEKLODE
„Pflaume royal“ lautet das Motto bei dieser mittel-großen Frucht, denn sie erhielt ihren Namen von einer französischen Königin namens Claudia, der „Reine Claude“. Von den „gewöhnlichen“ Pflaumen unterscheidet sie sich vor allem in ihrem aromatischen, süßlich-herben Geschmack. Meist grünfarben, gibt es sie aber auch im gelben, roten oder violetten Gewand. Kalium- und Vitamin C-Gehalt sind bei ihr besonders hoch. Wie die Eierpflaume hat sie eine ausgeprägte Bauchnaht, ist sehr saftig und der Stein löst sich schlecht heraus. Als Kuchenbelag und für eine lange Lagerung ist sie somit nicht geeignet. Die königliche Pflaume lässt sich jedoch hervorragend zu Konfitüre oder Kompott verarbeiten.

 

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